Zeitdiebe

Nein, wir befinden uns nicht im falschen Film oder science fiction Groschenroman, denn Zeitdiebe sind leider alles andere als erdichtete Fiktion, sondern blanke Realität in unserem Geschäft. Zeitdiebe sind in der Regel auch leider nicht so leicht erkennbar, wie die „Grauen Herren“ aus dem Buch „Momo“, die man schon an ihren Hüten und Aktentaschen erkennen konnte. Zeitdiebe agieren schleichend und locken meist mit vermeintlichen Vorteilen, die wir uns nicht entgehen lassen möchten und schon sitzen wir in der Falle, aus der es meist kein schnelles Entkommen gibt, wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, mehr und mehr Zeit zu investieren und bereits vertaner Zeit mehr und mehr gute Zeit hinterherzuwerfen, um bisherige Zeitinvestitionen nicht als umsonst verbuchen zu müssen. Hierbei geht nur allzuoft noch mehr Zeit verloren, die wir hätten weit sinnvoller einsetzen können, aber das erkennen wir allzuoft erst hinterher, wenn die Zeit bereits verloren ist.

Woran erkennt man jene geheimnisvollen Zeitdiebe?

Prof. Grzimek hätte jetzt einen Satz mit „diese possierlichen kleinen Gesellen…“ begonnen, aber Zeitdiebe sind nicht im Tierreich angesiedelt und auch nicht mit Loriot’s fiktiver Steinlaus verwandt, die sogar Einzug in wissenschaftliche Fachliteratur gefunden hat. Zeitdiebe erkennt man ganz einfach an einer ganz bestimmten Aktivität; sie fordern ständig und viel, halten sich aber nicht oder nur sehr ungenügend an das, was man ihnen gibt, versprechen viel und halten wenig.

Nun ist allerdings längst nicht jeder, der um Betreuung und Unterstützung ersucht, einer jener Zeitdiebe. Viele Geschäftspartner zeigen über ihre Fragen ganz einfach, dass sie echtes Interesse an ihren Geschäft haben und gewillt sind, sich zu engagieren. Genau hier ist auch der Punkt, an dem man jene engagierte, lernwillige und teamfähige Vertriebspartner an ihren Handlungen zu erkennen vermag, die zu einem guten Fundament für eine Vertriebsorganisation werden können. Wer fragt, zeigt Interesse und wer aktiv im Team mitarbeitet, zeigt Engagement. Beides sind sehr positive Eigenschaften und solche Partner verfügen über sehr gutes Potential.

Ein paar typische Zeitdieb – Erscheinungsformen

  • Der Angeber
     
    Haben wir einen Partner, der vor seinem Einstieg angibt, was er früher schon alles erreicht haben will und dass er in kurzer Zeit zum Grossverdiener wird, können wir in fast allen Fällen davon ausgehen, dass dieser Partner nicht wirklich etwas bringen wird. Meist hört man nach der Erstbestellung nichts mehr von ihm. Hier bringt es nichts, diesem Partner Unterstützung aufdrängen zu wollen. Reagiert er nicht auf höchstens drei Versuche, eine Zusammenarbeit zu beginnen, ist jeder weitere Zeitaufwand Verschwendung.
     
  • Der Forderer
     
    Hier haben wir einen Partner vor uns, der Fragen stellt und Engagement des Sponsors oder der Upline einfordert. Dieser Partner zeichnet sich dadurch aus, dass er von Anfang an fordert, was das Zeug hält. Vielleicht fordert er, dass sich jemand aus der Upline quer durch’s ganze Land auf den Weg macht, um für ihn eine oder mehrere Präsentationen zu halten, bringt aber keine drei Gäste zusammen, die dort hinkommen oder sagt den bereits stehenden Termin sogar kurz vorher ab, der bereits Kosten verursacht hat. Vielleicht fordert er ständig Material und Unterstützung bei allen möglichen Dingen, hat ständig Fragen, setzt aber ungenügend bis gar nicht um, was man ihm nahezubringen versucht.
     
  • Der Frager
     
    Diese Partner (oder Interessenten) haben ständig Fragen, wissen aber auf jede Antwort, die man ihnen gibt, warum gerade das nicht funktioniert. Das eine kann er nicht, das andere will er nicht und das dritte geht sowieso nicht. Egal was, der Frager weiss alles eh besser
     
  • Der Freund
     
    Vorsicht vor falschen Freunden! Echte Freunde fordern nicht, sondern geben vor allem. Seien Sie bitte besonders wachsam, wenn sich Personen als Freunde darstellen, aber nur fordern. Freundschaft funktioniert nur auf Gegenseitigkeit. Wer gern für Sie da ist, ist Ihr Freund, aber wer ohne jede Rücksicht immer nur etwas von Ihnen will, sicher nicht.

Wo genau ziehen wir die Grenze?

Wir haben die Aufgabe, uns um diejenigen Partner zu kümmern, die aktiv mit uns gemeinsam ein Geschäft aufbauen möchten. Zusammenarbeit funktioniert aber nur auf Gegenseitigkeit. Wir sind nicht dazu da, solchen Partnern immer alle Wünsche zu erfüllen. Wir arbeiten nicht für unsere Interessenten oder Partner, sondern wenn, dann gemeinsam mit unseren Partnern am Aufbau einer möglichst umsatzstarken Vertriebsorganisation. Dafür suchen wir Partner, die mit uns gemeinsam im Team eine solche Organisation aufbauen möchten und die das Geschäftskonzept auch tatsächlich und engagiert mittragen. Das ist unsere Aufgabe und nicht, es jedem recht zu machen, was eh nicht funktionieren kann.

Tipps für ein sinnvolles Zeitmanagement

Betreuen Sie nur dort, wo es auch Sinn macht. Schlagen bei einem neuen Partner drei Versuche, eine Zusammenarbeit zu beginnen, fehl, muss jener Partner den nächsten Schritt von sich aus machen; laufen Sie niemals jemand nach. Telefongespräche mit Partnern sollten Sie auf 10-20 Minuten beschränken. Rechnen Sie mal, was an Zeit verloren geht, wenn Sie mit einem einzelnen Partner täglich nur eine Stunde telefonieren (30 Stunden in einem Monat sind fast eine ganze Arbeitswoche). Seien Sie sich klar, dass wir ein Geschäft betreiben und verlorene Zeit längere Arbeitszeit bedeutet, in der nachgeholt werden muss, was liegengeblieben ist. Vermeiden Sie sinnlose Diskussionen über Arbeitsweisen. Wenn bestimmte Arbeitsweisen erforderlich sind und der Partner dies so nicht möchte oder kann, ist er im falschen Geschäft. Lassen Sie sich nicht darauf ein, quer durch das Land zu fahren, um irgendwo eine Präsentation zu halten, wenn der neue Partner nicht genügend Gäste mitbringt. Fordern sollte nur, wer auch etwas bringen will. Lässt ein Partner mehrmals verschuldet Termine platzen, sollten Sie ihm nicht immer wieder neue anbieten. Denken Sie daran, dass die Zeit, die Sie mit einem Zeitdieb vertun, für wirklich wichtige und effektive Dinge nicht mehr zur Verfügung steht.

Zeit und Engagement sind Investitionen und Investitionen sollten sich rechnen. Investieren Sie am besten nur dort, wo es sich auch lohnt, sonst machen Sie keinen Gewinn, sondern Verlust.

© 07.2008 by Norbert Warnke

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Ein Gedanke zu „Zeitdiebe

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