Die meisten zahlen nur drauf?

Auch das Vorurteil, dass die meisten Networker nichts verdienen, sogar noch draufzahlen, damit Andere verdienen können, ist leider noch immer in Umlauf. Schauen wir uns einfach mal an, ob an diesem Gerücht tatsächlich etwas dran ist.

Bei sehr vielen Networks geht es konkret um Warenverkauf. Hier kauft der Berater (Networker) Ware beim Anbieterunternehmen zum Einkaufspreis ein und kann sie entweder zum Verkaufspreis mit sofortigem Gewinn weiterverkaufen oder selbst für seinen eigenen Bedarf nutzen. Da der Berater hier den meist weit günstigeren Einkaufspreis zahlt, spart er schon mal Geld, auch wenn er nur für den eigenen Bedarf einkauft. Geld sparen und draufzahlen sind verschiedene Dinge.

Bei vielen Networks ist es üblich, erst dann Ware zu bestellen, wenn man als Berater bereits Kundenbestellungen vorliegen hat. Man bestellt also nur das, was man nach Erhalt auch sofort mit Gewinn weiterverkaufen kann. Auch hier keine Spur von draufzahlen.

Üblich ist Zahlung per Bankeinzug. Nicht selten beträgt das Zahlungsziel 7-14 Tage nach Auslieferung. Hier wird der Rechnungsbetrag (Einkaufspreis) also erst über eine Woche nach Auslieferung abgebucht, wenn der Berater die von seinen Kunden bestellte Ware also schon längst zum Verkaufspreis (also mit Gewinn) an seine Kunden weitergegeben, also das Geld bereits eingenommen und mit der Handelsspanne auch bereits seinen Gewinn vereinnahmt hat. Der Networker hat also bereits seinen Gewinn gemacht, bevor er die von ihm bestellte und längst weitergegebene Ware beim Anbieterunternehmer bezahlen muss.

Networker, die bereits seit einiger Zeit dabei sind und sich bereits einen eigenen Kundenstamm aufgebaut haben, wissen meist schon in etwa im Voraus, wann Kunde XY sein Produkt X üblicherweise ordert und halten sich von ganz bestimmten Produkten einen kleinen Vorrat, von denen sie wissen, dass diese regelmässig abgegeben werden. Selbst wenn der Kunde einmal nicht bestellen sollte, hat der Berater mehrere Möglichkeiten. Einmal kann er das Produkt an andere Kunden verkaufen, aber es auch an das Unternehmen zurückgeben. Die meisten Networkunternehmen räumen ihren Partnern ein Rückgaberecht ein, die deutschen Unternehmen allesamt. So besteht auch kein Risiko, auf Waren sitzen zu bleiben, also auch kein „draufzahlen“.

Nun gibt es auch Unternehmen, die von ihren Partnern vermittelte Kunden direkt beliefern. Hier ordert der Berater überhaupt keine Waren selbst (ausser zum persönlichen Gebrauch), muss also auch keinerlei Waren bezahlen, denn die Kunden bezahlen auch direkt beim Anbieter. Auch hier besteht keine Möglichkeit, etwas „draufzahlen“ zu müssen.

Ein „Risiko“ besteht allerdings immer; wer nichts verkauft oder vermittelt, verdient daran auch nichts. Dass es ohne Leistung keinen Verdienst gibt, ist nicht mehr oder weniger als legitim. Kein Unternehmen hat etwas zu verschenken.

Bitte achten Sie aber immer darauf, dass Sie nicht mehr Waren bestellen, als Sie auch absetzen können. Bestellen Sie tatsächlich einmal zu viel oder ein Kunde springt ab, geben Sie die Ware umgehend wieder an Ihr Partnerunternehmen zurück, wenn Sie sie nicht anderweitig verkaufen können.

Es gibt allerdings tatsächlich Systeme, bei denen Menschen „draufzahlen“ müssen. Das sind so genannte Schneeballsysteme (illegal und strafbar), die allerdings nichts mit Network Marketing zu tun haben. Bei diesen handelt es sich um Systeme, die wir keinesfalls empfehlen und vor denen auch die Verbraucherzentralen ausdrücklich warnen, die aber leider immer wieder mit Network Marketing verwechselt werden. Das führt dann zu den bekannten Vorurteilen. Schneeballsysteme kennzeichnen sich vor allem dadurch, dass von neuen Teilnehmern eingezahlte Beträge auf früher eingestiegene Strukturen umverteilt werden und nur Geld verdient werden kann, wenn man mehrere weitere zahlende Teilnehmer ins System bringt. Im Network Marketing werden aber keine Beträge umverteilt und man kann auch Geld verdienen, ohne einen einzigen weiteren Teilnehmer werben zu müssen.

© 12.2007 by Norbert Warnke

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