Kaum jemand dürfte verborgen geblieben sein, dass der momentane US Präsident Donald Trump Anspruch auf Grönland erhebt und das Land gern den USA einverleiben würde. Doch schaut man etwas näher in die Geschichte, könnte man durchaus Dinge finden, die völlig andere Dinge ableiten liessen. Könnte Grönland womöglich sogar Anspruch auf die USA erheben? Klingt erstmal etwas abwegig, doch wenn man bedenkt, dass es der Wikinger und Grönländer Leif Erikson war, der etwa im Jahr 1000 (vor rund 1025 Jahren) der erste Europäer war, der seinen Fuss auf Nord-Amerika setzte und später auf Grönland starb, könnte man daraus durchaus nach der bekannten „Trump-Logik“ eine Art Anspruch abzuleiten versuchen. Allerdings liegt die betreffende Region in einem Gebiet, das heute zu Kanada gehört und nicht zu den USA. Andererseits waren viele Gebiete der USA wie Kanada einst auch britische Kolonien. Interessanterweise wurde auch England eine Zeit lang von Wikingerkönigen regiert und dies geschah denkwürdigerweise auch etwa zu der Zeit, als Leif Erikson Amerika (Neufundland) erreichte.
Doch zurück nach Amerika zur hypothetischen „Vinland-Restitutions-Akte“
Das Prinzip der „Erst-Entdeckung“ (Prior Discovery)
Während Kolumbus 1492 als „Tourist“ ohne gültiges Visum landete, hat Leif Erikson bereits um 1000 n. Chr. formelles Eigentum durch Besiedlung begründet, denn auf dem besiedelten Land gab es keine staatlichen Strukturen, es war juristisch also freies Land. Da Leif der Sohn des grönländischen „Staatsoberhaupts“ Erik des Roten war, handelte es sich nicht um eine private Reise, sondern um eine staatliche Expansion Grönlands. Damit hätten wir eine offizielle Landnahme inklusive Kolonialisierung und Besiedelung.
Man könnte nun zwar behaupten, dies sei lange her, doch sucht man in geschichtlichen Dokumenten, kann man feststellen (Tatsache!), dass Grönland den Anspruch auf Amerika nie offiziell aufgegeben hat. Ein nicht aufgegebener Anspruch besteht theoretisch also nach wie vor fort, wenn man es juristisch in der Form argumentiert.
Zwar sind die Siedler nach einigen Jahren wieder abgezogen, doch kann man das nicht zu 100% als Verzicht sehen, zumal es kein überliefertes Dokument einer Übertragung eines Anspruchs gibt. Entsprechend behält man sich eine spätere Rückkehr durchaus vor, die ohne explizit angegebenen Zeitraum bzw. Frist jederzeit sein könnte, also durchaus auch jetzt gerade in diesem Moment. Andererseits ist es durchaus möglich, dass späte Nachfahren der damaligen Siedler (beispielsweise mit Einheimischen) noch immer dort leben, die Besiedelung also in abgeschwächter Form weiter Bestand hatte und nie biologisch endgültig endete.
Doch auch die damals abgezogenen Siedler verschwanden genetisch niemals vollständig. Vielmehr dürfte die DNA von Leif Erikson in der grönländischen und isländischen Bevölkerung weiterleben, so dass es auch heute noch ethnische Verwandschaften und Zusammenhänge gibt.
Könnte man damit ableiten, dass das Territorium der USA eigentlich ein biologisches Treuhandvermögen der Grönländer ist, oder jeder US-Bürger, der gern Wikinger-Serien schaut, im Grunde eine emotionale Anerkennung der grönländischen Oberhoheit anerkennt?
Dies wohl eher nicht, doch es dürfte klar sein, wer zuerst in Amerika war, niemals vollständig gegangen ist und mit dem Kontinent bereits aktiv und politisch zu tun hatte, bevor man in Europa etwas von der Existenz des späteren Kontinents Amerika auch nur ahnte, den Kolumbus erst fast 500 Jahre später entdeckt hatte. Bis zur Gründung der USA vergingen weitere fast 300 Jahre. Grönland ist mittlerweile seit über 1000 Jahren besiedelt, also viele Jahrhunderte vor Gründung der USA.