Nicht das Rad neu erfinden

Von Networkern und Uplinern hört man immer wieder, wir müssen einfach nur nachmachen, was Andere vormachen, die bereits erfolgreich sind. Der Erfolg wird sich ganz von allein einstellen. Niemand müsse das Rad neu erfinden, alles ist schon optimal vorhanden, also einfach auf bereits bewährtes zurückgreifen, dann wird’s schon.

So schön das klingt, dennoch ist es kaum möglich, Upline oder Sponsor einfach zu kopieren – geschweige denn mit identischem oder auch nur annähernd ähnlichem Erfolg. Dies liegt schon darin begründet, dass jeder Mensch einfach anders ist, andere Voraussetzungen mitbringt oder völlig andere Ambitionen hat, unterschiedliche Arbeitsweisen bevorzugt und dass jeder Mensch über sein eigenes persönliches Umfeld verfügt, das oft genug völlig anders aussieht, als das des Sponsors.

Stellen wir uns einfach mal einen Upliner vor, der aus dem mittleren Management kommt, langjährige Führungserfahrung mitbringt, vertraut mit Menschen seiner „Klasse“ ist, deren „Sprache“ spricht, Interessen teilt, kein Problem damit hat, vor hunderten von Menschen frei zu reden und auf alle Fragen eine Antwort hat. Dieser Upliner geht vor allem auf Menschen zu, deren Sprache er spricht, also Personen aus Management- oder Unternehmerkreisen, die, wie er, über Erfahrungen in gleicher Richtung verfügen.

Sicher, ein Manager kann einem anderen leicht Geschäftskonzepte plausibel vermitteln und weiss genau, was er seinem Gegenüber erzählen und vorweisen muss, um ihn zu überzeugen. Aber lässt sich das wirklich nahtlos auf JEDEN übertragen?

Stellen wir uns nun mal Manni Hilfsarbeiter vor, dessen Kontakte mit dem Management sich meist auf „ja Chef“ beschränken, der sein eigenes Geschäft gerade mal begonnen hat und auf viele Fragen noch gar keine Antwort weiss. Hier fallen schon einmal ganze Zielgruppen komplett weg, zu denen er über keine nennenswerten Kontakte verfügt oder er ist gezwungen, auf diese Zielgruppen zuzugehen, ohne echte Berührungspunkte oder gleiche Interessen zu haben. Da wird’s zumindest mit der Ansprache gesellschaftlich „höher“ stehender Zielgruppen schon schwierig. Selbst wenn Manni nun einen Text seiner Upline auswendig lernt, wird sich in der folgenden Unterhaltung herausstellen, dass wichtige Berührungspunkte fehlen, kein echter „Draht“ zueinander aufgebaut werden kann, der für eine künftige gemeinsame Arbeit aber unverzichtbar ist. Man kann zwar einzelne Texte durchaus auswendig lernen, aber nicht wirklich und schon gar nicht leicht zu einer 100%igen Kopie seines Sponsors werden.

Wichtig bei jedem Geschäft ist es, einen Draht zum Gegenüber aufzubauen und dazu ist es nötig, dem Gesprächspartner nach Möglichkeit auf dessen Ebene zu begegnen, also seine Sprache zu sprechen. Man könnte zwar meinen, wir sprechen ja alle deutsch, also sprechen wir ja die gleiche Sprache. So einfach ist es jedoch leider nicht.

Das Leben ist bestimmt von Kreisen. Damit sind nun nicht runde in sich geschlossene Linien gemeint, sondern Kreise, in denen wir uns bewegen; also Kreis der Familie, Freundeskreis, Bekanntenkreis, Kollegenkreis, Akademikerkreise, Technikerkreise, Sportler-, Juristen- und Politikerkreise und viele mehr. Es liegt in der Natur des Menschen, sich nach Möglichkeit in solchen Kreisen zu bewegen, mit deren Ausdrucksweise, Verhaltensweisen, Sichtweisen, Kleidungsstil wir vertraut sind. Wir fühlen uns meist dort am wohlsten, wo wor uns sicher zu bewegen imstande sind und wir uns auch sicher fühlen. Sicherheit ausstrahlen können wir nur, wenn wir uns auch sicher fühlen.

Gemeinsamkeiten verbinden

Überall dort, wo Menschen gemeinsame Interessen haben, finden sie leichter einen Draht zueinander. Noch leichter wird es, wenn man sich nach Möglichkeit auf weitgehend gleicher Ebene begegnet oder schwieriger, je unterschiedlicher die Ebenen zwischen Gesprächspartnern sich gestalten.

Der wichtigste Grund, sich anfangs also nach Möglichkeit auf vertrautes Terrain zu beschränken, ist eben diese Sicherheit, die nur ein vertrautes Umfeld bieten kann. Selbstverständlich und logischerweise reden Menschen in vertrauten Kreisen in der dort gängigen Sprache und nutzen dort gängige Umgangsformen. Sicher wird jeder zustimmen, dass ein Rocker mit Lederjacke und Bier in der Hand oder Mutter Flodder mit Zigarre und Kittelschürze auf einem Opernball oder Galadiner als Fremdkörper empfunden wird.

Reden wir doch zuerst einfach mit den Menschen, die uns liegen und deren Sprache wir sprechen, statt Arbeitsweisen Anderer zu kopieren, die zu uns meist nicht passen oder das Rad neu zu erfinden. Aufbauen können wir immer nur auf dem, was uns bereits zur Verfügung steht und starten können wir immer nur mit dem ersten Schritt und keinem anderen. Jeder weitere Schritt folgt immer dem vorherigen und Schritt für Schritt kommen wir unserem Ziel näher.

© 06.2009 by Norbert Warnke – MLM Network Marketing Infoportal

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